Der Fund
Am nächsten Morgen standen die 6 sehr früh auf. Denn die Sonne schien kurz nach Sonnenaufgang direkt in ihre Hütte hinein. Außerdem waren sie schon so hungrig, dass sie es sowieso nicht mehr lange ausgehalten hätten. Sie standen auf, furzten fröhlich in den Wald hinein und machten sich gemeinsam auf die Suche nach etwas Essbarem. Man würde nicht glauben, dass Klobolde große Feinschmecker sind, abgesehen von der Vorliebe zu Kot allerlei. Sie mögen gerne Himbeeren, Waldbeeren, saftige Blätter und Ähnliches. Sie ernähren sich ausschließlich vegetarisch. Schon allein von dem Gedanken Fleisch zu essen wird ihnen übel. Doch über frisch angepisste oder angeschissene Blätter von Tieren freuen sie sich besonders. Und sie mussten nicht lange danach suchen.
Nur wenige Meter von ihrer Hütte entfernt fanden sie ein großes, vollgeschissenes Blatt. Das Blatt war so vollgeschissen, dass es alle 6 tragen mussten. Sie trugen es zu ihrer Hütte. Nun begannen sie voller Freude die Scheiße zu durchwühlen. Sie suchten nach unverdautem Fleisch und Knochen, die für Klobolde ungenießbar sind, um sie nicht mitzuessen. Für diese Wühlerei nehmen sich die Klobolde etwa eine Stunde Zeit. Sie wären damit natürlich viel früher fertig, aber Klobolde genießen diese Art des Essensrituals so sehr, dass sie sich damit auch noch mehrere Stunden beschäftigen könnten. Doch nach etwa einer Stunde ist der Hunger zu groß und sie beginnen die Scheiße zu verzehren. Zwischendurch essen sie ein Stück Blatt, um den Geschmack abzurunden.
Doch plötzlich hörte Blattscheißer auf zu essen. Er wurde ganz rot im Gesicht und seine Körperhaare richteten sich auf. Die anderen 5 waren mit dem Essen beschäftigt und bemerkten das merkwürdige Verhalten von Blattscheißer zuerst nicht. Bis Blattscheißer aufstand und wiedereinmal um die Ecke verschwand.
Furzeslaud: "Wisst ihr was mit Blattscheißer los ist?"
Nun wurde auch Fäkalgesicht ganz rot im Gesicht.
Fäkalgesicht: "Seht doch! Dort laufen Mäuse!"
Furzeslaud: "Schnell in die Hütte. Los, los!"
Die 5 Klobolde kletterten schnell in ihre Hütte und beobachteten von dort aus wohin die Mäuse liefen. In etwa 20 Metern Entfernung bildeten die Mäuse einen Kreis. Sie wirkten sehr unruhig und aufgewühlt.
Brauner Strich flüsterte: "Was machen die da?"
Furzeslaud: "Ich weiß es nicht. Ich glaube da liegt etwas auf dem Boden. Kommt! Wir schleichen uns an, um zu sehen was die da so treiben!"
Brauner Strich: "Was machen wir mit Blattscheisser?"
Furzeslaud: "Den lassen wir da. Der kommt sowieso nicht so schnell aus seinem Versteck hervor und außerdem können wir jetzt nicht nach ihm rufen. Wir müssen leise sein. Also los, gehen wir."
Furzeslaud sprang vom Baum und versteckte sich rasch hinter einem großen Blatt. Alle Anderen machten es ihm nach. Sie schlichen sich ganz vorsichtig immer näher an das Geschehen. Furzeslaud ging voraus. Als sie schon sehr nahe angeschlichen waren blieb Furzeslaud stehen.
Juckarsch, der das letzte Glied der Kette bildete flüsterte nach vorne: "Was ist Furzeslaud? Kannst du etwas sehen? Was ist das am Boden?"
Furzeslaud wandte sich Juckarsch zu: "Sei still. Ich kann auch nichts sehen."
Da verlor Juckarsch die Geduld und rannte aus seinem Versteck. Er lief auf die Mäuse zu und lief durch die Beine einer Maus hindurch, um in die Mitte des Kreises zu rennen.
Die anderen Klobolde blieben in ihrem Versteck und zitterten vor Angst. Sie hatten keine Chance gehabt den kleinen Juckarsch aufzuhalten. Als Juckarsch in der Mitte der versammelten Mäuse stand, konnten ihn seine Freunde nicht mehr sehen. Sie machten sich bereit, um jederzeit losrennen zu können, um Juckarsch zu helfen, falls er in Schwierigkeiten geraten sollte.
Juckarsch sah auf den Boden. Und er wusste nicht wie er reagieren sollte. Er war verwirrt. Einerseits war er wütend, andererseits so traurig, dass ihm alles rund um ihn völlig egal war. Denn vor ihm lag sein großes Vorbild, dass ihm immer so tolle Geschichten erzählt hat.
Er stand einfach nur da und weinte. Die Mäuse rund um ihn standen ebenfalls wie versteinert da. Keiner bewegte sich, keiner gab einen Ton von sich. Außer den herbeieilenden Klobolden, die es in ihrem Versteck nicht mehr aushielten und mit lautem Geschrei herbeieilten. Dieser Krawall erschreckte die Mäuse, die sich zu den aufgewühlten Klobolden wandten.
Die fünf Klobolde rannten in die Mitte und bildeten ebenfalls einen Kreis. Als sie Analus Brachialus regungslos am Boden liegen sahen, kamen ihnen ebenfalls die Tränen von ihren dicken Wangen heruntergelaufen. Wenige Augenblicke später stieß auch Blattscheißer zu den Klobolden hinzu. Der genauso reagierte wie all die Anderen.
Nun standen sie alle da. Die Mäuse ganz außen, die Klobolde innen. Und in der Mitte lag der tote Analus Brachialus. Nun verband die Klobolde und die Mäuse etwas. Nämlich die Trauer um den Verlust eines gemeinsamen Freundes.
Als einige Zeit verstrichen war und sich die Gemüter beruhigt hatten, drehten sich die Klobolde um und sahen die Mäuse fragend an. Doch keiner der Klobolde brachte es zu Stande eine Frage zu stellen. Obwohl jeder einzelne von ihnen eine Menge von den Mäusen wissen wollte. Da trat eine kleine, jüngere Maus hervor. Sie ging ängstlich und verschüchtert auf Furzeslaud zu und sprach: "Ich habe euren Freund Analus Brachialus gefunden. Er war auch ein sehr guter Freund von mir und anderen jungen Mäusen. Gleichzeitig war er auch unser Lehrer und Geschichtenerzähler. Er lehrte uns jungen Mäusen eure Sprache und erzählte uns viel von den Lebensgewohnheiten von euch Klobolden. Er erzählte uns aber auch davon, dass Ihr uns Mäuse nicht mögt. Ja, er erzählte uns, dass manche von euch uns sogar hassen würden!"
Die kleine Maus hörte auf zu sprechen und schaute Furzeslaud mit ihren großen Augen fragend an. Dieser wusste nicht so recht, was er darauf antworten sollte. Er war noch viel zu geschockt, von dem Anblick seines Freundes. Doch dann, überlegte er, was Analus Brachialus von ihm am liebsten als Antwort hören würde. Furzeslaud antwortete mit nervöser, aber ruhiger Stimme: "Wir Klobolde hassen euch Mäuse nicht. In Wahrheit haben wir große Angst vor euch."
Die Maus unterbricht: "Angst? Aber wieso denn Angst?"
Furzeslaud: "Das könnt ihr nicht verstehen? Wir sind 10 mal kleiner als Ihr. Wir können nicht so schnell rennen wie Ihr. Wir können ja nicht einmal gut klettern. Das einzige was wir wirklich gut können ist essen, furzen, scheißen. Naja, und Höhlen bauen, aber dass könnt Ihr mindestens genauso gut wie wir. Was tuscheln denn die eine Maus und die ganz große Maus da dauernd, während wir uns unterhalten?"
Die kleine Maus: "Die Eine ist mein Bruder Fünfer und die große Maus ist unser Anführer Zweiunddreißiger. Fünfer übersetzt Zweiunddreißiger, was wir reden in unsere Sprache. Nur wir jungen Mäuse haben von Analus Brachialus eure Sprache gelernt. Übrigens ich bin Elfer, der Junge. Um auf unser Thema wieder zurückzukehren. Ich hätte mir nie gedacht, dass Klobolde vor uns Mäusen Angst haben. Ich dachte immer Ihr weicht uns aus, weil Ihr uns nicht leiden könnt. Es ist mir einfach unvorstellbar gewesen, dass Ihr vor uns Angst habt, denn Analus Brachialus hatte nie Angst vor uns. Er hatte sowieso vor niemandem Angst. Nur vor Wasser hatte er Angst, wie alle Klobolde es haben, so lehrte er uns."
Furzeslaud: "Ich sehe schon wir haben noch viel voneinander zu lernen. Ich biete euch Mäusen an mit uns nach Hause zu kommen, um uns besser kennenzulernen. Aber in erster Linie müssen wir Analus Brachialus nach Hause bringen, um dort zu seinen Ehren ein Abschiedsfest zu geben. Und da er genauso euer Freund war, müsst Ihr mit uns kommen, um seinen Abschied unter all seinen Freunden zu feiern. Egal ob Klobold oder nicht. Es wäre mit Sicherheit sein Wunsch gewesen. Frag euren Anführer, ob er einwilligt unser Gast zu sein."
Als Fünfer alles übersetzt hatte ging der Anführer auf Furzeslaud zu und sagte zu ihm: "Es iiiiist uuuuuuuuns ei ei eine Ehre."
Der Anführer tat sich schwer mit der Sprache der Klobolde, deshalb lies er sich diese Worte zuvor von Fünfer ein paar Mal vorsagen.
Doch die Klobolde waren so begeistert und überrascht, dass sie laut jubelten und ein großes breites Lächeln in ihren Gesichtern aufblitzte.
In diesem Moment löste sich die Spannung zwischen den beiden Waldbewohnern. Die Mäuse gaben sich dich Hände und tanzten im Kreis um die Klobolde herum.
Diese Art zu tanzen war den Klobolden zwar fremd, doch nach kurzem zuschauen, gaben sich die Klobolde ebenfalls die Hände und tanzten im Kreis.
Alle waren überglücklich. Dabei vergaßen sie kurze Zeit Analus Brachialus. Man konnte fast meinen als würden sie alle gemeinsam Geburtstag feiern.
Als die Mäuse den Tanz beendeten nahm Zweiunddreißiger Analus Brachialus auf seine Schultern und ging in Richtung Heimat der Klobolde.
Die anderen Mäuse nahmen die 6 Klobolde ebenfalls auf den Rücken und folgten ihrem Anführer. Die Klobolde hatten das Gefühl, als wären sie mit den Mäusen schon immer befreundet gewesen.
In dieser Harmonie und durch die Anstrengungen in den letzten Tagen schliefen die Klobolde friedlich auf dem Rücken der Mäuse ein.Die Mäuse marschierten bis spät in die Nacht. Kurz vor den Höhlen der Klobolde hielten Sie an. Sie gruben noch geschwind Höhlen für sich und die Klobolde. Die Wände der Höhlen für die Klobolde bekleideten Sie mit Blättern, so wie es Analus Brachialus immer tat, wenn er bei Ihnen übernachtete.
Dann legten Sie die Klobolde behutsam hinein. Nun waren auch die Mäuse müde geworden, und legten sich schlafen.
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