Der große Empfang
Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht, kroch Furzeslaud als Erster aus seiner Höhle. Die Sonne schien, und ein angenehm kühler Wind blies ihm ins Gesicht.
Er kratzte sich den Grind aus den Augenrändern und sah sich in der Gegend um. Er lief eine Weile in der Gegend umher, bis er bemerkte, dass er schon fast zu Hause bei seinen Kloboldfreunden war. Er konnte es kaum glauben, dass sie die Mäuse in nur einer Nacht nach Hause gebracht hatten. Von einem kleinen Erdhügel aus, konnte er sogar die Höhle seines Anführers Phallusdurch erspähen. Nun war er sich sicher, dass er sich nicht getäuscht hat. Es schien noch keiner von den Klobolden im Dorf aufgestanden zu sein.
Da er warten wollte, bis seine Weggefährten, die Klobolde und die Mäuse, aufwachten, suchte er in der Umgebung nach etwas Essbarem. Er fand kleine Scheißhaufen für Ihn und die anderen Klobolde. Doch er wusste nicht, was Mäuse gerne zum Frühstück essen. Da fiel ihm ein, dass ihm Analus Brachialus einmal erzählt hatte, dass einmal eine Maus beim Frühstück fast an einer Heuschrecke erstickt wäre. Denn diese vergaß vor dem Verzehr die Beine abzureißen. Die Widerhaken an den Beinen der Heuschrecke bohrten sich beim Schlucken in die Speiseröhre. Titty-Kacka sei Dank hatte sich der Widerhaken gelöst, so glaubte sich zumindest Furzeslaud zu erinnern.
Also machte er sich auf die Suche nach großen, fetten Heuschrecken. Er bekam viele zu Gesicht, doch gefangen hatte er keine. Sie waren viel zu flink für den kleinen Klobold.
Also gab er es nach einer Weile auf und kehrte wieder zum Schlafplatz zurück. Zu seinem Erstaunen waren inzwischen alle beim Frühstücken.
Die Mäuse fraßen Heuschrecken und Regenwürmer, und die Klobolde wühlten wie immer in Ihrem üblichen Frühstück herum. Alle saßen in einem Kreis und aßen gemeinsam. Keiner sagte ein Wort. Also setzte sich Furzeslaud dazu und nahm am Frühstück teil.
Während die Mäuse nach wenigen Minuten mit dem Essen fertig waren, hatten die Klobolde nicht einmal noch damit angefangen. Sie waren wie üblich im Heraussuchen von Ungenießbarem vertieft. Die Mäuse wunderten sich zwar, was und wie die Klobolde essen, doch es störte sie nicht. Sie legten sich noch ein wenig in ihre Höhlen, um sich von dem langen Marsch noch etwas auszuruhen.
Nach etwa einenhalb Stunden waren die Mäuse ausgeruht und die Klobolde mit dem Essen fertig. Sie stellten sich in einer Reihe auf. Die Klobolde ganz vorne mit Furzeslaud an der Spitze. Dahinter kam Zweiunddreißiger, gefolgt von den anderen Mäusen. In Reih und Glied marschierten Sie in das Klobolddorf.
Analus Brachialus ließen Sie einstweilen in der Höhle liegen, um den Klobolden keinen Schreck einzujagen. Sie waren der Meinung, dass es sowieso schon aufregend genug wird, wenn sie gemeinsam mit den Mäusen ins Dorf einmarschieren. Die Klobolde im Dorf waren mittlerweile schon aufgewacht, und schlenderten in der Gegend umher. Wahrscheinlich waren Sie gerade aufgestanden, und nun auf der Suche nach Nahrung fürs Frühstück. Sogar Phallusdurch ist aus seiner Höhle herausgekrochen und sitzt auf seinem Thron, den die jungen Klobolde für Ihn gebaut hatten. Der Thron besteht nur aus getrockneter Scheiße und Blättern. Diese Baustoffe sorgen auf natürliche Art und Weise für Wärme, und passen sich ideal der Körperstatur an.
Phallusdurch entdeckte die Heimkehrer als Erster, und erhob sich vor Freude von seinem Thron. Er hatte schon seit gestern die Heimkehr des Suchtrupps sehnsüchtig erwartet. Das erklärte auch, dass er schon so früh wach gewesen ist und auf seinem Thron die Gegend beobachtete.
Erst als Phallusdurch schon stand, erkannte er, dass hinter den Heimkehrern eine Schar von Mäusen marschierte.
Phallusdurch war so erschrocken, dass er sich sofort hinsetzte. Er war verwirrt. Mittlerweile bemerkten auch die Anderen im Dorf die Ankunft der Klobolde und deren Begleiter. Alle blieben wie versteinert stehen, bzw. der Anführer blieb sitzen.
Da ergriff Furzeslaud das Wort: "Bleibt alle ganz ruhig! Die Mäuse sind unsere Freunde geworden. Sie sind ganz friedliche Waldbewohner, wie wir es sind. Ob Ihr es glaubt oder nicht: Mäuse fürchten sich ebenso vor uns, wie wir uns vor ihnen fürchten. Besser gesagt wie wir uns gefürchtet haben. Sie haben uns den ganzen Weg nach Hause getragen."
Einen kurzen Moment lang sagte keiner der daheimgebliebenen Klobolde etwas. Doch dann sprach ihr Anführer: "Welch erfreuliche Botschaft."
Er stand auf und ging auf Zweiunddreißiger zu, furzte in die Hand und streckte Sie ihm entgegen. Zweiunddreißiger wusste nicht so recht was Phallusdurch von ihm wollte. Also fragte er Fünfer was das zu bedeuten hatte. Dieser klärte ihn auf.
Nachdem Fünfer ihm alles übersetzt, und ihm den Brauch der Klobolde erklärt hatte, furzte auch Zweiunddreißiger kräftig in seine Hand und lachte dabei. Danach gaben sich beide die Hände. Alle Klobolde jubelten, furzten in ihre Hände und gingen von Maus zu Maus. Die Mäuse waren anfangs etwas überrascht von der Offenheit der Klobolde. Doch sie zögerten nicht lange und begannen ebenfalls zu jubeln, während auch sie in die Hände furzten und mit jedem Klobold Freundschaft schlossen.
Es kam erneut das Gefühl auf, als wären Sie schon jahrelang gute Freunde gewesen.Dabei vergaßen Sie ganz von ihren Abenteuer zu berichten. Vor allem das sie Analus Brachialus gefunden haben, und dieser tot ist.
Alle dachten an Analus Brachialus doch sie sagten nur deshalb nichts, weil alle gerade so glücklich waren und sich keiner getraute etwas zu sagen. Sie hatten Angst die gute Stimmung zu verderben.
Man konnte es in Ihren Gesichtern sehen, dass sie schon extrem neugierig waren. Da brach Phallusdurch das Schweigen: "Es freut mich ungemein, dass ihr wieder zu Hause seid, doch Einer in unserer Runde fehlt immer noch."
Es wurde mucksmäuschenstill im Dorf. Alle waren sehr aufgeregt und lauschten.
"Was ist mit unserem Analus Brachialus? Habt Ihr ihn gefunden?", riefen die hiergebliebenen Dorfbewohner im Chor.
Furzeslaud: "Ja wir haben Ihn gefunden, doch…"
Die Klobolde jubelten und hörten nicht, dass Furzeslaud noch nicht zu Ende gesprochen hatte. Furzeslaud hob die Hände: "So hört mir doch zu, was ich euch noch sagen muss."
Die Schreie verstummten. "Wir haben Furzeslaud gefunden. Doch wir haben Ihn leider nur noch tot aufgefunden." Mit leiser Stimme: "Wir waren zu spät."
Er machte eine kurze Pause. Seine Hände gingen wieder langsam nach unten. Sein Kopf neigte sich dem Boden zu. "Wir konnten Ihm nicht mehr helfen. Er lag mit dem Gesicht in einer Wasserpfütze. Ein Großteil seines Körpers war zerquetscht. Seine Haut war blass und vom Wasser aufgeweicht. Er war bis zur Hälfte seines Körpers in den Boden eingestampft."
Tränen liefen ihm über das Gesicht und seine Stimme wurde weinerlich: "Es war ein…, ein schrecklicher Anblick." Ein Entsetzen ging durch die Runde. Einige weinten, einige waren wie versteinert. Manchen drehte sich der Magen um und Sie erbrachen.
Die Weggefährten umarmten sich in einem Kreis rund um Furzeslaud. Keiner brachte ein tröstendes Wort heraus. Niemand konnte in diesem Moment einen klaren Gedanken fassen.
Alle waren sie damit beschäftigt sich selbst wieder einigermaßen zu fangen. Die Mäuse standen still da und wussten nicht was sie tun können. Nach ein paar Minuten, begannen sie sich leise untereinander zu unterhalten.
Sie berieten sich, was sie denn nur machen können. Da sie die Verhaltensweisen der Klobolde nicht kannten, überlegten sie, ob sie sich zurückziehen sollten, um die Klobolde für eine Weile alleine zu lassen, um nicht zu stören. Doch Fünfer kannte die Klobolde am Besten, deshalb überließen sie ihm die Entscheidung, was Sie tun sollten.
Da ihm Analus Brachialus einmal erzählte, dass er damals als sein Urgroßvater Kotring-Al starb, 2 Tage lang nichts sprach und die meiste Zeit nur heulte, beschloss er folgendes: "Da die Klobolde extrem lange in diesem Zustand bleiben, und sich erst nach ein bis drei Tagen eine Besserung einstellt, schlage ich vor, wir holen jetzt Analus Brachialus aus der Höhle. Wir bauen für ihn eine Art Bett und stellen dieses in die Mitte des Dorfes. Auf das Bett legen wir Analus Brachialus. Doch wir sollten zumindest seinen entstellten Körper mit Blättern bedecken. Der Anblick könnte die empfindlichen Klobolde schockieren. Was haltet Ihr davon?"
Die Mäuse fanden die Idee ganz gut, doch sie hatten Angst etwas Falsches zu tun. Sie wollten die Klobolde auf keinen Fall erschrecken, oder verärgern. Doch da Ihnen nichts Besseres einfiel nahmen sie den Vorschlag von Fünfer an.
Also gingen Sie leise aus dem Dorf zur Höhle. Bei der Höhle angelangt legten sie sich zuerst hin, um sich von dem Anblick der trauernden Klobolde etwas zu erholen. Nach einigen Minuten teilten sie sich in Gruppen auf. Einige bauten das Bett, Andere holten Blätter und Moos, und die Restlichen bedeckten Analus mit dem gesammelten Material.
Als 40 Minuten vergangen waren, waren sie mit all den Arbeiten fertig. Gemeinsam trugen sie das Bett, auf dem Analus lag ins Dorf. Sie stellten es vor dem Anführer ab. Dieser schaute Sie traurig, aber dennoch dankend an. Er öffnete den Mund und wollte etwas sagen, doch er brachte keinen Ton aus dem Halse hervor. Stattdessen kniete er sich vor Analus hin und nickte mit seinem Kopf den Mäusen zu.
Die Mäuse waren erleichtert. Sie wussten nun, dass sie nichts falsch gemacht hatten. Sie drehten um und wichen ein Stück zurück. Die Klobolde kamen näher und knieten sich ebenfalls vor Analus nieder. Nach ein paar Stunden beschlossen die Mäuse sich in Ihre naheliegenden Höhlen zurückzuziehen. Sie blieben den ganzen restlichen Tag in den Höhlen und unterhielten sich über die Geschehnisse. Als es dann dunkel wurde legten sie sich schlafen.
Die Klobolde knieten stattdessen immer noch unverändert vor dem Bett und trauerten um ihren verstorbenen Freund. Sie trauerten die ganze Nacht. Einige Klobolde waren abends so erschöpft, dass sie am Boden knieend einschliefen. Diese wurden dann von Freunden in ihre Höhlen getragen. Doch die meisten hielten durch.
Zurück zur Kapitelübersicht