Der nächste Morgen

Am nächsten Morgen.

Fünfer wachte als erster von den Mäusen auf. Er hörte lautes Lachen, Geschrei und eine schöne Melodie.

Neugierig rannte er ins Dorf. Er traute seinen Augen nicht. Die Klobolde tanzten, lachten und tranken Met, den sie nur zu besonderen Anlässen trinken. Alle Klobolde waren gut gelaunt und feierten. Fünfer rieb sich mehrmals die Augen, denn er dachte er träume.

Doch er träumte nicht. Klobolde trauern zwar intensiv, doch dies an einem Stück. Wenn die Trauerphase vorüber ist, dann veranstalten Sie alle gemeinsam eine riesige Feier. Und bei dieser Feier gibt es alles was so ein Kloboldherz begehrt.

An erster Stelle steht natürlich das Essen. Sie haben allerlei Kot in den verschiedensten Variationen. Es gibt einen Kotaufstrich, den sie auf frische Löwenzahnblätter streichen. Kotwürste, die sie auf einem Holzstab in einem Lagerfeuer grillen bis sie steinhart und kohlschwarz werden. So haben sie die Kotwürste nämlich am liebsten. Dann gibt es da noch jede Menge Früchte aus dem Wald. Wie zum Beispiel Erdbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren, Stachelbeeren und Holunderbeeren. Die Beeren verzehren sie natürlich nur in Kombination mit der dazugehörigen Portion Scheiße.

Eigentlich müsste man sagen sie essen Scheiße mit verschiedenen Beilagen. Es gibt einfach kein Gericht ohne Scheiße. Der Verzehr von Scheiße ist für die kleinen Klobolde lebensnotwendig, denn ihre Mägen können unverdaute Nahrung alleine nicht verdauen. Sie würden schreckliche Bauchschmerzen bekommen, bis hin zu einem Darmverschluss der tödlich endet. Doch da ihnen Scheiße sowieso besser schmeckt als alles Andere, können sie damit sehr gut leben. Furzeslaud bemerkte den verwunderten Fünfer und lief ihm mit einem breitem Lächeln im Gesicht, und mit Scheiße am ganzen Körper entgegen. Furzeslaud nahm Fünfer an der Hand und zerrte Ihn zu seinem Anführer.

Furzeslaud sprach zu Phallusdurch mit überglücklicher Stimme: "Mein Anführer! Wir müssen uns bei den Mäusen bedanken. Sie haben uns sehr geholfen, und das obwohl Sie dachten, dass wir Klobolde die Mäuse hassen würden. Es ist unsere Pflicht uns bei Ihnen entsprechend zu bedanken. Vielleicht könnten wir Ihnen eine riesige Statue bauen. Wir müssten eben all unsere Vorräte hervorholen, um genügend Baumaterial zusammenzubekommen. Oder wir.. "

Da unterbrach Phallusdurch: "Sei still Furzeslaud. Merkst du denn nicht, dass du Fünfer verwirrst?" Fünfer stand regungslos da und war sichtlich überfordert mit dem so schnell sprechenden Furzeslaud.

"Du hast natürlich Recht, dass wir uns bei den Mäusen bedanken müssen, und dies auf eine ganz besondere Art, denn anscheinend sind Mäuse besonders liebenswürdige Bewohner des Waldes. Wir waren lange Zeit dumm. Besonders wir älteren Klobolde. Außer natürlich Analus Brachialus. Er war der einzige von uns, der erkannte, dass wir nicht die einzigen friedlichen Bewohner des Waldes sind. Wir Alten hielten Ihn für verrückt. Wir glaubten ihm seine Geschichten über die friedlichen Mäuse nicht unbedingt. Wir wussten zwar, dass er viel über die Mäuse wusste, doch wir dachten er würde Sie nur beobachten, oder gar nur Geschichten über Sie erzählen, um bei euch jungen Klobolden besser anzukommen. Doch wir Alten haben uns in ihm und den Mäusen getäuscht. Denn wie könnten die jungen Mäuse unsere Sprache sprechen, wenn sich unser guter Analus seine Geschichten nur ausgedacht hätte. Ich werde mich mit den Alten in einer geheimen Sitzung, irgendwo im Wald, zusammensetzen und uns etwas überlegen. Doch zuvor muss ich noch mit dem Anführer der Mäuse, mit ... ähhh.." "Zweiunddreißiger!" sagte Furzeslaud. "Ja mit Zweiundreißiger muss ich noch sprechen. Wir wissen ja noch gar nicht, ob die Mäuse denn überhaupt noch länger bei uns bleiben wollen bzw. ob sie denn überhaupt noch länger bleiben können. Sie werden doch sicher von Ihren Freunden zu Hause erwartet. Oder nicht?"

Phallusdurch sah nun Fünfer fragend an. Fünfer blickte erschrocken zurück und antwortete nach einer längeren Pause mit hastigen Worten: "Oh, ich muss dringend meine Freunde aufwecken. Ich muss mit Zweiunddreißiger sprechen. Entschuldigung" Fünfer drehte sich um und rannte so schnell er konnte zu den Höhlen der Mäuse zurück, während sich Phallusdurch und Furzeslaud noch weiter unterhielten.

Fünfer war in kürzester Zeit bei den anderen Mäusen und schrie: "Alle mal herhören, wir müssen schnell nach Hause. Wir haben gesagt wir würden nachmittags nach Hause kommen, doch nun ist schon ein neuer Tag angebrochen. Die Andereb machen sich sicher schon Sorgen um uns alle."

Zweiunddreißiger erklärte ihm mit leiser Stimme: "Nur mit der Ruhe! Ich habe schon 2 Männer losgeschickt, um zu Hause Bescheid zu sagen. Wir haben uns gleichzeitig auch Gedanken gemacht, wie wir unseren neuen Freunden eine Freude bereiten können, um uns dabei auch gleich ein bisschen kennen zu lernen. Wir wollten eigentlich auch dich dabei haben, doch wir dachten uns, dass du sowieso schon aufgeregt genug bist. Wir haben uns Folgendes überlegt: Da erst Analus Brachialus' Tod uns mit den Klobolden zusammenbrachte ist er derjenige der, zwar leider unfreiwillig, dafür verantwortlich ist. Darum hatten wir die Idee eine Statue von Analus zu bauen, um Ihn zu würdigen auf lange Zeit. Dieses Abbild werden wir aus Scheiße formen. Ich glaube das würde Ihnen gefallen. Der Herrscher der Klobolde sitzt doch auch auf einem Thron geformt aus Scheiße. Wenn wir alle nach Baumaterial suchen, haben wir es noch am gleichen Tag zusammengetragen. Was hältst du von unserer Idee?"

Fünfer erwiderte sichtlich erfreut: "Das ist eine super Idee. Die werden ganz schön staunen, wenn wir Analus auf diese Art und Weise ehren. Ich fange gleich damit an nach Scheiße zu suchen. Bis dann." Zweiunddreißiger wollte Ihm noch etwas sagen, doch Fünfer drehte sich um und lief in den Wald. Zweiunddreißiger: "Also dieser Fünfer hat sich ganz schön geändert. Er ist plötzlich so fleißig. Gut ist das. Sehr gut."

Zweiunddreißiger trommelte die anderen Mäuse zusammen. Er teilte seine Leute in 3 Gruppen ein. Danach ging jede Gruppe in eine andere Richtung, um nicht in derselben Gegend nach Scheiße zu suchen. Einige Mäuse waren zwar nicht begeistert nach Scheiße zu suchen, doch irgendwie machten Sie es trotzdem gern. Die Mäuse hatten Mitleid mit den Klobolden, da diese einen alten Freund verloren haben. Die Mäuse hatten die Klobolde einfach in ihr Herz geschlossen.

Als Zweiunddreißiger die 2 Boten nach Hause schickte, um über all die Vorfälle zu berichten, gab er ihnen auch den Befehl alle Mäuse ihres Stammes zusammenzutrommeln, und mit Ihnen gemeinsam ein Fest zu organisieren. Sie sollten sich aber Zeit lassen, da sie noch nicht wussten, wie es weitergehen wird. Zweiunddreißiger hatte auf alle Fälle vor die Klobolde auch zu sich nach Hause einzuladen, damit die Klobolde auch ihre Sitten und Gebräuche kennen lernen. Denn er hatte bemerkt, wie einige der jüngeren Klobolde darüber rätselten, warum alle Mäuse Zahlen als Namen haben, und wieso gerade er selbst, also Zweiunddreißiger, die größte Zahl hat. Er freute sich schon auf die Auflösung ihres Geheimnisses, denn er wusste schon jetzt, dass es den Klobolden gefallen wird.

Nach diesen erfreulichen Gedankengängen verkroch er sich wieder in seine Höhle um nachzudenken, während alle anderen Mäuse fleißig Scheiße sammelten. Es dauerte nicht lange und der erste Trupp kehrte mit massenhaft gesammeltem Material wieder. Kaum angekommen, trafen beinahe zeitgleich auch die anderen 2 Mäusetrupps ein, um das gesammelte Material zu einem Haufen zusammenzutragen. Der Haufen war jetzt schon groß genug, um ein dreimal so großes Abbild von Analus Brachialus zu bauen. Also ging Fünfer in die Höhle von Zweiunddreißiger, um diesen zu holen.

Zweiunddreißiger war überrascht, dass Sie so schnell wiederkehrten und als er den riesigen Scheißhaufen sah war er sehr stolz auf seine Mäuse. Zweiunddreißiger: "Ihr habt gute Arbeit geleistet, und das in so kurzer Zeit. Ich bin stolz auf euch. Ich habe eigentlich erwartet, dass sich jemand darüber beschweren wird, da es eine eher unangenehme Aufgabe ist. Umso mehr bin ich erfreut. Aber wer von uns ist in der Lage, ein möglichst genaues Abbild unseres verstorbenen Freundes zu bauen?"

Er blickte in die Runde, doch niemand meldete sich zu Wort.

Zweiunddreißiger: "Na, gut. Was machen wir nun? Sollten wir diese Aufgabe vielleicht einem Klobold überlassen?"

Fünfer mit schneller Antwort: "Ja, Anführer. Das ist mit Sicherheit die beste Lösung. Ich werde Furzeslaud holen, denn er war sein bester Freund." Zweiunddreißiger war damit einverstanden und schickte Fünfer los.

Dieser eilte in gewohnter Manier zu Furzeslaud. Furzeslaud war gerade dabei einen kräftigen Schluck aus einem, natürlich aus Scheiße geformten, Krug zu nehmen, als ihn Fünfer dabei störte. Fünfer sagte nichts zu ihm, sondern nahm ihn an der Hand und schliff ihn hinter sich her. Bei den anderen angekommen traute Furzeslaud seinen Augen nicht, als er den riesigen Haufen sah.

Furzeslaud: "Das ist ja eine schöne Bescherung. Woher habt Ihr soviel Scheiße. Das ist ja kaum zu glauben. Aber was tun wir mit soviel Scheiße auf einmal? Das kann ja niemand essen bevor es steinhart wird, aber trotzdem vielen Dank. Ihr müsst uns wirklich gern haben, wenn Ihr das für uns macht." Sichtlich gerührt blickte er dankend in die Mäuserunde. Diese lächelten, da sie wussten, dass er sich gleich noch mehr freuen wird.

Zweiunddreißiger ergriff das Wort: "Du hast recht. Das kann man schwer auf einmal essen, aber dafür ist es nicht gedacht." Furzeslaud blickte Ihn verwundert, aber mit neugierigem Blick an.

Zweiunddreißiger: "Wir haben uns Gedanken gemacht, wie wir euch eine Freude bereiten können und dabei gleichzeitig unseren gemeinsamen Freund ehren können. Also wollten wir eine Statue erbauen, die an Analus Brachialus lange erinnern wird. Aber wir haben uns entschlossen, dir diese Aufgabe zu überlassen, da du ihn am besten von uns allen kanntest. Bist du damit einverstanden?"

Furzeslaud kamen die Tränen und er wusste anfangs nichts zu antworten. Doch dann sprach er mit herzlicher Stimme: "Ich danke euch für diese Ehre und für euren Einsatz. Ihr seid echt gute Freunde, und das ist jetzt nicht nur so dahergesagt. Aber um eines will ich euch bitten."

Zweiunddreißiger: "Was ist es? Sag es und wir tun es." Furzeslaud: "Ich möchte, dass die jungen Klobolde mir dabei helfen dürfen. Sie würden sich sehr darüber freuen."

Zweiunddreißiger: "Ach so. Natürlich dürfen Sie. An das haben wir nicht gedacht. Nun geh Sie schon holen, wir warten hier auf euch." Kaum war sein Satz beendet rannte Furzeslaud los, um die Anderen zu holen.

Zweiunddreißiger musste lachen, da ihn Furzeslaud sehr stark an Fünfer erinnerte, der neuerdings auch so ungeduldig und fleißig ist.

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